Selbstverständnis

Hinschauen. Verstehen. Verantwortung übernehmen.

Wir nennen uns bewusst Gewalt Akademie Villigst – und nicht Anti-Gewalt-Akademie. Denn Gewalt verschwindet nicht, wenn wir sie nur ablehnen oder ausschließlich bei anderen suchen. Wer Gewalt wirksam vorbeugen und begegnen will, muss bereit sein, genauer hinzusehen – auch auf das eigene Denken, Sprechen und Handeln.

Gewalt hat viele Gesichter

Gewalt zeigt sich nicht nur körperlich. Sie kann auch verbal, psychisch, strukturell oder rassistisch wirken – offen oder verdeckt, absichtlich oder unbewusst. Manche Formen werden schnell erkannt und verurteilt, andere verharmlost, normalisiert oder gar nicht erst wahrgenommen.

Darum fragen wir nicht nur: Wer ist gewalttätig? Wir fragen auch: Wie entsteht Gewalt? Welche Machtverhältnisse wirken? Was macht Gewalt scheinbar erfolgreich oder attraktiv? Welche Folgen hat sie für Betroffene, Gruppen und Institutionen? Und wo sind wir selbst in solche Dynamiken verstrickt?

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Verstehen heißt nicht entschuldigen

Gewalt zu verstehen bedeutet für uns nicht, sie zu rechtfertigen. Es bedeutet, ihre Ursachen, Funktionen und Wirkungen ernst zu nehmen, um früher, klarer und verantwortlicher handeln zu können. Wir suchen nach Wegen aktiver Gewaltlosigkeit – im Respekt vor der Würde jedes Menschen und vor dem staatlichen Gewaltmonopol.

Unsere Haltung

    • Menschenwürde und Respekt. Wir betrachten Menschen nicht vorschnell als Täter*innen, Opfer oder Problemfälle, sondern nehmen ihre Erfahrungen, Bedürfnisse und Handlungsspielräume in den Blick.

    • Aktive Gewaltlosigkeit. Wir stärken die Fähigkeit, Warnsignale wahrzunehmen, Grenzen zu setzen, Sicherheit herzustellen und Eskalationen konstruktiv zu unterbrechen.

    • Macht- und Rassismuskritik. Wir beziehen Macht, Privilegien, Diskriminierung und Rassismus in unsere Analyse ein und hinterfragen auch institutionelle Routinen.

    • Selbstreflexion. Professionelles Handeln beginnt mit der Bereitschaft, die eigene Haltung, Wirkung und Verantwortung ehrlich zu prüfen.

    • Lernen durch Erfahrung. Unsere Trainings verbinden fachliches Wissen, erfahrungsorientierte Methoden, gemeinsames Ausprobieren und konkrete Übertragung in den Alltag.

Was das für unsere Trainings bedeutet

In unseren Aus-, Fort- und Weiterbildungen schaffen wir Räume, in denen Menschen sich mit Gewalt, Konflikten und Rassismus auseinandersetzen können, ohne vorschnell beschämt oder abgestempelt zu werden. Gleichzeitig bleiben wir klar gegenüber verletzendem, diskriminierendem und gewalttätigem Verhalten.

Wir arbeiten dialogisch, handlungsorientiert und nah an der Lebens- und Berufspraxis der Teilnehmenden. Ziel ist nicht die perfekte Methode für jede Situation. Ziel ist eine Haltung, aus der heraus Menschen aufmerksam, sicher, mutig und verantwortlich handeln können.

„Wertschätzung ist keine Methode, sondern eine Haltung.“

Redaktioneller Hinweis: Das Zitat ist in der bisherigen GAV-Kommunikation belegt. Vor Veröffentlichung bitte entscheiden, ob es ohne Namensnennung als Leitgedanke oder mit Urheberinnenangabe erscheinen soll.

Mehr über unsere Arbeit
Entdecke, wie sich diese Haltung in Ausbildung, Trainingspraxis und Qualitätsstandards konkret zeigt.
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Wertschätzung ist keine Methode, sondern eine Haltung .

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