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Traumapädagogik für Deeskalationstrainer*innen

23. April 2027- 15:00 - 24. April 2027- 16:00

VERHALTEN VERSTEHEN – SELBSTANTEILE ERKENNEN – PÄDAGOGISCH HANDLUNGSFÄHIG BLEIBEN

„Ich glaub, ich bin im falschen Film!“ – manchmal reagieren Menschen in pädagogischen Situationen so, dass ihr Verhalten aus der aktuellen Situation heraus kaum verstehbar ist. Reaktionen wirken übermäßig stark, scheinbar unpassend oder plötzlich eskalierend. In der Traumapädagogik gehen wir davon aus, dass herausforderndes Verhalten häufig einen „guten Grund“ hat – auch wenn dieser auf den ersten Blick nicht erkennbar ist. In diesem Seminar beschäftigen wir uns damit, wie Traumata verarbeitet werden, was dabei im Gehirn geschieht und wie alte Ohnmachts- oder Gewalterfahrungen das heutige Erleben und Verhalten prägen können. Auf dieser Grundlage wird deutlich, warum bestimmte Situationen Betroffene stark belasten oder in alte Reaktionsmuster zurückführen können. Das Konzept des guten Grundes hilft dabei, Verhalten neu zu verstehen und daraus hilfreiche pädagogische Interventionsmöglichkeiten zu entwickeln.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Erleben unterschiedlicher Selbstanteile infolge chronischer Traumatisierung. „Ich glaub, der/die legt einen Schalter um!“ – mit manchen Menschen erleben wir, dass sie von einem Moment auf den anderen wie verändert wirken. Impulsdurchbrüche, Rückzug, depressive Verstimmungen oder starke innere Widersprüche können Hinweise darauf sein, dass verschiedene innere Seiten oder Selbstanteile nur schwer gesteuert oder miteinander verbunden werden können. Das Seminar gibt eine Einführung in traumapädagogische Grundannahmen und zeigt, wie pädagogische Fachkräfte Menschen in solchen Situationen besser verstehen und unterstützen können. Dabei spielen Psychoedukation – also das verständliche Erklären dessen, was innerlich geschieht – sowie kreative Methoden der Arbeit mit dem inneren Team bzw. den unterschiedlichen Seiten der Persönlichkeit eine wichtige Rolle. Ziel ist es, mehr Sicherheit im Umgang mit herausforderndem Verhalten zu gewinnen, traumapädagogische Perspektiven kennenzulernen und konkrete Unterstützungsideen für die pädagogische Praxis zu entwickeln.

 

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Leitung: Sabine Haupt-Scherer
Pfarrerin (evangelische Landeskirche) Supervisorin (DGSv) Systemische Beraterin (DGSF) Traumapädagogin Traumafachberaterin (zptn) WenDo-Trainerin TRE-Providerin & Local Trainerin Bildungsreferentin (LWL-Bildungszentrum Jugendhof Vlotho) Tätig/Ansprechpartnerin für Traumapädagogik im Amt für Jugendarbeit der EKvW
Ort: Soest
Zeit: Freitag 15-21 Uhr und Samstag 9-16 Uhr Kosten: 210 Euro